Alles was Sie zum Thema Hörsturz wissen müssen

Mann mit Hörsturz fasst sich an sein schmerzendes Ohr

Lesezeitangabe: 4 Minuten

Belastung des Ohres mit Hörsturz

Definition Hörsturz

Unter einem Hörsturz versteht man eine meist einseitig auftretende Hörminderung, die sich sogar bis hin zum Gehörverlust entwickeln kann.

Es gilt drei Arten von einem Hörsturz zu unterscheiden.

• Tiefton – Hörsturz

• Mittelton – Hörsturz

• Hochton – Hörsturz

Wie der Name schon sagt, unterscheiden sich diese drei Fälle in ihrem Frequenzbereich.

Bei einem Tieftonhörsturz kann das leidtragende Ohr tiefe Töne schlechter registrieren. Handelt es sich bei dem Betroffenen um einen Mitteltonhörsturz, werden Töne mit mittlerer Frequenz schlechter wahrgenommen. Wenn höhere Töne bei dem Geschädigten schlechter aufgenommen werden, ist ein Hochtonhörsturz die Ursache.

Oftmals kommt es jedoch vor, dass sich die Frequenzbereiche überschneiden. Daher ist es nicht ganz einfach bei dem Betroffenen eine einzeln auftretende Art des Hörsturzes festzustellen.

Frau hat ein Hörsturz und ist gestresst vor dem PC

Ursachen und Risikofaktoren

Eine genaue Ursache, die einen Hörsturz hervorruft, wurde bisher noch nicht erforscht. Jedoch gibt es mögliche Auslöser, die einen Hörsturz herbeiführen können. Hierbei kann es sich um Durchblutungsstörungen im Innenohr (Cochlea) oder Entzündungen im Innenohr handeln.

Als weitere Risikofaktoren gelten Bluthochdruck, Autoimmunerkrankungen, seelische Belastungen sowie Stress. Was hierbei auffällig ist, dass es sich um physische als auch psychische Faktoren handelt. Beide Arten können das Auftreten eines Hörsturzes verstärken.

Schreiende Frau mit Hörsturz

Symptome, die bei einem Hörsturz auftreten

Typisch für einen Hörsturz ist der akut auftretende und ohne Schmerzen auftretende Hörverlust. Wie bereits im Kapitel Definition beschrieben, werden vom Geschädigten gewisse Tonfrequenzen schlechter wahrgenommen. Neben dem Hörverlust können weitere Symptome auftreten:

 

  • Tinnitus
  • Druckgefühl
  • Taubheitsgefühl
  • Verzerrungen

 

Bei einem Tinnitus nimmt der Geschädigte Geräusche in Form von Pfeifen, Summen oder Rauschen auf. Die wahrgenommenen Töne können jedoch keinen äußeren Quellen zugeordnet werden. Dies kann auf Dauer oder vorübergehend auf einem oder auch auf beiden Ohren auftreten. Ein genauer Auslöser für Tinnitus konnte noch nicht erforscht werden.

 

Ein Druckgefühl im Ohr ist zuerst nicht gefährlich, wird aber als unangenehm vom Patienten wahrgenommen. Durch Gähnen oder Schlucken kann man den Druck im Ohr ausgleichen. Falls diese Methoden allerdings keine Verbesserungen herbeiführen, kann es sich um eine Belüftungsstörung im Ohr handeln.

 

Wenn der Betroffene ein Taubheitsgefühl im Ohr spürt, handelt es sich um eine von Nerven verursachte Fehlleitung von Informationen. In der Fachsprache wird von einer Sensibilitätsstörung gesprochen. Der Betroffene fühlt ein Kribbeln oder ein pelziges Gefühl.

 

Unter einer Hörverzerrung versteht man akustische Fehlwahrnehmungen. Die Bezeichnung hierfür lautet Dysakusis. Darunter zählt, dass der Betroffene  eine ihm bekannte Stimme sich plötzlich anders anhört. Die Sätze des Gesprächspartners kommen verzerrt an und ergeben sich für den Geschädigten als sinnlos.

Diagnose eines Hörsturzes

Diagnose

Falls der Patient erste Anzeichen empfindet, die auf einen Hörsturz hindeuten, sollte dieser erstmal abwarten. In vielen Fällen sind die wahrgenommenen Symptome bereits nach 12 Stunden wieder weg. Abhängig davon ist noch, ob der Betroffene bereits Vorerkrankungen im Ohr hat und wie ausgeprägt der Hörverlust ist. Wenn nach 48 Stunden die Symptome nicht verschwunden sind oder sogar gravierender wurden, sollte ein HNO-Arzt aufgesucht werden. Der Arzt kann dann mit geeigneten Maßnahmen und Methoden das Ausmaß und die oben beschriebene Art des Hörverlusts ermitteln.

 

Zu den Maßnahmen gehören Tests, die wie beispielsweise die medizinische Untersuchung des äußeren Gehörgangs und des Trommelfells. Die fachliche Bezeichnung hierfür lautet Otoskopie. Hierbei wird ein Ohrenspiegel verwendet, der aus einer Lampe, einer Lupe und einem Ohrtrichter besteht. Dieses Werkzeug ist erforderlich aufgrund der Enge des Gehörgangs und der feinen Härchen im Ohr.

Ein weiterer Test ist die Druckmessung des Trommelfells in Form eines Tympanogramms. Hier wird die Beweglichkeit des Trommelfells in Abhängigkeit von Luftdruck im äußeren Gehörgang gemessen. Außerdem gibt der Test Ankunft über die Druck- und Schwingungsverhältnisse im Mittelohr.

Damit der Arzt die Art des Hörsturzes des Patienten feststellen kann, führt er eine Tonaudiometrie durch. Dabei werden dem Geschädigten Töne vorgespielt, die eine unterschiedliche Frequenz besitzen. Zudem wird noch die Lautstärke reguliert, um herauszufinden, welchen Ton der Betroffene gerade noch wahrnehmen kann. Dieser wahrnehmbare Ton wird als Hörschwelle bezeichnet. Der zuständige HNO-Arzt kann damit die Ausprägung des Hörsturzes einschätzen und welcher Frequenzbereich betroffen ist.

Zuletzt gehören noch Routinetest dazu, darunter zählen das Überprüfen des Gleichgewichtssinns und Blutdruckmessungen.

Arzt führt bei dem Patienten eine Hörsturz Behandlung durch

Behandlung des Hörsturzes

Wie bereits oben erwähnt, konnte noch keine genaue Ursache des Hörsturzes erforscht werden. Aufgrund dessen konnte noch keine darauf ausgelegte Behandlung erstellt werden.

Generell kann man einem Hörsturz-Geschädigten nur Ruhe empfehlen. Gerade in der heutigen Zeit wirkt beinahe jeder Mensch gestresst.  Das gilt es zu vermeiden. Ruhe ermöglicht dem Körper eine schnellere Heilung.

Eine Möglichkeit zur Behandlung eines Hörsturzes ist die Verabreichung von Kortison. Der Wirkstoff wird normalerweise per Tablette oder Infusion eingenommen. Die Einnahmezeit beträgt mehrere Tage. Dabei entfaltet der Wirkstoffe seine Funktion im ganzen Körper.

Führt die Methode beim Patienten zu keinem Erfolg, kann auch Kortison direkt ins Ohr gespritzt werden. Der Vorteil hierbei ist, dass sich das Kortison nur lokal ausbreitet. Ein Nachteil ist jedoch, dass diese Behandlungsmaßnahme Nebenwirkungen wie Schwindel, Verletzung des Trommelfells oder eine Mittelohrentzündung mit sich bringen kann.

 

 

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