Was ist Insomnie und was hilft dagegen?

Gute Nacht. Ab ins Bett und unter die Decke kriechen. Licht aus. Augen zu. So schön ruhig und kuschelig. Jetzt geht es los. Das Warten. Das Warten auf den Schlaf. Wird er heute früher kommen? Oder werde ich wieder stundenlang daliegen und warten? Und wenn er denn kommt, werde ich auch erholt wieder aufwachen? So geht es vielen Deutschen jeden Abend und jede Nacht. Insomnie.

Was genau ist Insomnie denn eigentlich?

Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten sind nicht gleich mit Insomnie gleichzusetzen. Und ein kurzer Schlaf ist auch nicht zwingend problematisch. Es geht vor allem darum, einen erholsamen Schlaf zu haben. Wie kurz oder lang dieser ist, ist nicht ausschlaggebend.

Als Insomnie bezeichnen wir eine krankhafte Schlafstörung. Diese äußert sich anhand von drei Faktoren:

  • Du leidest unter Ein- und Durchschlafstörungen und empfindest deinen Schlaf als unerholsam.
  • Diese Probleme halten über mehrere Wochen an und treten mindestens 3 Mal die Woche auf.
  • Diese Probleme führen zu Beschwerden in deinem Alltag (Müdigkeit, Schwierigkeit dich zu konzentrieren, …)

Außerdem spricht man, wenn die oben genannten Symptome länger als 3 Monate anhalten, von einer chronischen Insomnie. Diese betrifft in etwa 7% der deutschen Bevölkerung. Frauen sind laut Studien ungefähr doppelt so häufig von Insomnie betroffen wie Männer.

Einschlaf- oder Durchschlafprobleme bei Insomnie
Ein- oder Durchschlafprobleme?
Insomnie führt zu Unkonzentriertheit
Unkonzentriert in der Arbeit? Müde?

Wie wird meine Insomnie diagnostiziert?

Damit du zwischen Insomnie und einfachen Ein- und Durchschlafstörungen unterscheiden kannst, solltest du einen Arzt aufsuchen. Zuallerst sollte der Rat deines Hausarztes reichen. Dieser kann dich bei Bedarf an eine*n Facharzt*Ärztin weiterleiten.

Der Arzt wird in einem Gespräch Fragen zu deinem Schlafverhalten, deiner sog. Schlafhygiene und deinem Lebensstil stellen. Außerdem wirst du erklären müssen, wie sich deine Schlafprobleme äußern.

Umso präziser deine Antworten sind, desto besser kann eine Ärztin oder ein Arzt deine Insomnie diagnostizieren.

Typische Fragen sind:

„Wann gehst du ins Bett?“; „Wann wachst du normalerweise auf?“; „Wie lange brauchst du, um einzuschlafen?“; „Wachst du regelmäßig in der Nacht auf?“; „Wird das Schlafzimmer auch anderweitig verwendet?“; „Nimmst du Medikamente, Nikotin oder Alkohol zu dir?“; …

Wie du siehst, frägt dein Arzt oder deine Ärztin dich sehr detailliert zu deinem Schlafverhalten ab. Damit soll möglichst genau eine Ursache für die Insomnie festgestellt werden. Unser Artikel zu den 7 häufigsten Ursachen für Schlafstörungen beschreibt dir die Ursachen nochmal im Detail.

Neben Fragebögen können auch kleine Geräte, die deinen Schlaf dokumentieren, oder ein sog. Schlaftagebuch aufschlussreich im Hinblick auf deine Insomnie sein.

Welche Risiken birgt die Insomnie?

Auch wenn es Lösungen gibt sie loszuwerden, solltest du deine Insomnie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Welche Folgen Schlafstörungen haben kannst du zum Beispiel in unserem Artikel Schlafstörungen und Hormone nachlesen.

Mögliche Folgen sind zum Beispiel ein erhöhter Blutdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Eine weitere, äußerst häufige Folge von Insomnie sind Depressionen. Wie genau es dazu kommt ist noch nicht ganz wissenschaftlich belegt, aber es wird davon ausgegangen, dass eine Beeinflussung des REM-Schlafs durch Insomnie Auswirkungen auf unsere Emotionen haben kann und somit Depressionen auslöst. Außerdem regeneriert unser Körper sowie unsere Psyche im Schlaf. Sollte dieser wegfallen oder eingeschränkt werden, können diese Prozesse nicht mehr wie gewohnt ablaufen.

Depressionen können durch Insomnie verursacht werden
Insomnie kann im schlimmsten Fall sogar zu Depressionen führen

Wie lässt sich meine Insomnie behandeln?

Zum Glück gibt es Methoden, die dir zumindest dabei helfen können, die Insomnie loszuwerden.

Am weitesten verbreitet ist die sogenannte kognitive Verhaltenstherapie (KVT). Die KVT ist eine Form der Psychotherapie. Der Grundsatz der KVT ist simpel: unsere Gefühle, unsere Gedanken und unser Verhalten sind miteinander verbunden. Durch Gespräche und Übungen wird versucht negatives Verhalten zu ändern und uns somit zu helfen. Im Falle einer Insomnie können beispielweise bestimmte Atemübungen oder Gedankenspiele helfen, um die zugrundeliegenden Ursachen deiner Insomnie zu behandeln. Diese Ursachen können beispielsweise Stress oder ein schlechtes Schlafumfeld sein. Ein weiterer Grund die KVT anzuwenden ist, dass sie über die Behandlungsdauer hinauswirkt. Während Schlafmittel und manch andere Therapien nach Beendigung der Therapie ihre Wirkung verlieren, profitieren Patienten*innen auch noch lange danach von der KVT. Die kognitive Verhaltenstherapie wird schon lange erfolgreich eingesetzt und wird daher auch von den meisten Krankenkassen unterstützt.

 

Neben der kognitiven Verhaltenstherapie können bei Insomnie natürlich auch Schlafmittel helfen. Dabei gibt es Unterschiede zwischen natürlichen und synthetischen Schlafmitteln. Natürliche Schlafmittel sind zum Beispiel Lavendel oder Baldrian. Mehr dazu findest du in unserem Artikel zum Thema Einschlafstörungen. Da die Wirkstoffe in natürlichen Schlafmitteln weniger stark sind, ist ihre Einnahme kaum mit Nebenwirkungen verbunden. Auch synthetische Medikamente können bei Insomnie helfen. Dort wird unterschieden zwischen Medikamenten mit kurzzeitiger Wirkung (zum Einschlafen) und Medikamenten mit Langzeitwirkung (zum Durchschlafen). Zwar sind diese Wirkstoffe stärker und daher effektiver als die in den natürlichen Stoffen, doch bergen synthetische Medikamente auch höhere Risiken für Nebenwirkungen. Die Einnahme sollte daher mit einem Arzt abgeklärt werden.

Lavendel und Baldrian helfen gegen Insomnie
Lavendel, Baldrian und Co. Können dir auch bei Insomnie helfen

Neben den oben genannten Ansätzen gibt es noch weitere, die dir dabei helfen können, deine Insomnie loszuwerden. Am besten liest dir dafür unsere Artikel über Schlafstörungen durch oder schaust dir unsere Videos zu dem Thema an. Denn abhängig von der Ursache deiner Insomnie können unterschiedliche Therapien oder Verhaltensänderungen dir zu einem besseren Schlaf verhelfen.

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