Rauschen im Ohr – Erstaunliche Fakten und was man tun kann.

Rauschen im Ohr kommt in zwei verschiedenen Arten vor. Zum einen als akuter, zum anderen als chronischer Tinnitus. Erst, wenn der Ton länger als 3 Monate anhält, spricht man von letzterem. Bei einem akuten Tinnitus sind die Chancen meist sehr gut, dass dieser von selbst wieder verschwindet. Sobald er in einen chronischen übergeht jedoch nicht mehr. Insgesamt leiden knapp 3 Millionen Menschen in Deutschland an dieser chronischen Form. Hierbei unterscheidet sich das Symptom des Tinnitus jedoch von Person zu Person. Knapp 40 Prozent vernehmen das bereits erwähnte Rauschen im Ohr, bei ungefähr genauso vielen wird das Geräusch eher als Pfeifen wahrgenommen. Die Übrigen beschreiben Ihr Leiden als Sausen, Summen oder Piepen.

Rauschen im Ohr wichtige Begriffe
Rauschen im Ohr akut oder chronisch

Was wir umgangssprachlich als Ohr bezeichnen, macht eigentlich nur einen kleinen Teil des gesamten Hörorgans aus. Äußerlich erkennbar ist nur die sogenannte Ohrmuschel. Der wesentliche Teil, der letztendlich für das Hören verantwortlich ist, liegt tief im Schädel. Dieser lässt sich in 3 Teile einteilen: das Außenohr, Mittelohr und Innenohr. Hören können wir nur dank der Schwingungen, die Töne erzeugen. Diese werden von dem Ohr verarbeitet, an das Gehirn weitergeleitet und von diesem interpretiert.

Bei Rauschen im Ohr vermuten Wissenschaftler, dass eine Schädigung in einem der 3 Teilbereiche des Ohrs vorliegt. Je nachdem, wo genau sich der Schaden befindet, werden von den Patienten unterschiedliche Tonarten wahrgenommen. Bei manchen Betroffenen ist der Tinnitus aber auch auf eine Fehlfunktion des Gehirns selbst zurückzuführen. Man kann also sagen, dass der Ton, den eine Person mit Tinnitus Leiden hört, für andere nicht existiert und von einem selbst „erzeugt“ wird. Es gibt jedoch noch eine weitere Art: den subjektiven Tinnitus, bei welchem tatsächliche Geräuschquellen verantwortlich sind. Beispielsweise eine Veränderung der Blutgefäße, dessen Rauschton über die Knochenbrücke an das Ohr weitergeleitet werden kann.

Wie man unschwer erkennen kann, ist das Ohr ein in sich sehr komplexes System. Schon ein kleiner Schaden in einem der verschiedenen Teilstrukturen kann den Vorgang des Hörens stören. Aus diesem Grund tut sich die Medizin aktuell auch noch schwer, eine genaue Ursachen für ein jeweiliges Symptome festzulegen und umfasst Rauschen im Ohr, Piepen oder sonstige Ohrengeräusche als Tinnitus.

Ob du an dieser oder einer anderen Form von Tinnitus leidest, kannst du meist sehr leicht selbst beurteilen. Um dir aber noch eine weitere Hilfestellung zu geben, erfährst du hier zusammengefasst, wie bereits von einem Arzt diagnostizierte Menschen ihre Symptomatik beschreiben:

  • Zu dem Rauschen kommt meist noch ein Druckgefühl dazu. Es ist vergleichbar mit dem Gefühl von Watte im Ohr. Dieses ist an einem oder beiden Ohren zu verspüren.
  • Ein Dreh- oder Schwindelgefühl tritt hier nur sehr selten auf. Dieses Symptom ist eher der Hinweis auf Morbus Menière. Mehr zu diesem Thema findest du in diesem Artikel.
  • Wenn bei dir das Rauschen eher als Zischen wahrgenommen wird, vielleicht sogar im Takt des Herzschlags, dann handelt es sich hierbei oft nicht um einen echten Tinnitus. Es liegt nahe, dass man in diesem Fall an einem objektiven Tinnitus leidet.

Hier findest du noch zwei Beispielgeräusche, wie sich das Rauschen im Ohr anhören kann:

Woher das Rauschen und die anderen Tinnitusformen ursprünglich kommen, ist in der Medizin leider ein noch sehr unerforschtes Gebiet. Daher gibt es auch noch wenige Therapien und Behandlungsmöglichkeiten, dazu aber später mehr. Ein Knalltrauma, ein Hörsturz oder auch Altersschwerhörigkeit können die Entstehung von Rauschen im Ohr fördern, um nur einige Gründe zu nennen. Welche Ursachen vermutet werden, lässt sich grob auf den jeweiligen Teilbereich des Gehörvorgangs untergliedern. Wenn beispielsweise eine Schädigung des Innenohrs dafür sorgt, dass jemand bestimmte Frequenzen nicht mehr richtig oder nur schlecht hören kann, dann versucht unser Gehirn genau diese Frequenzen zu erhöhen. Oftmals wird dieser Vorgang aber übersteuert, wodurch man ironischer Weise genau diese Töne permanent wahrnimmt. Ein sogenanntes Phantomrauschen entsteht, da dieses nur subjektiv und somit nicht tatsächlich vorliegt.

Schier unscheinbare psychische Konflikte im Alltag oder ein Streit mit einer geliebten Person, können schon ausschlaggebend dafür sein, dass sich ein Rauschen im Ohr entwickelt. Der Körper reagiert mit einem Tinnitus als Abwehrreaktion. Dies wiederum verstärkt meist die psychische Belastung noch mehr. So entsteht ein Teufelskreis. Vor allem Entspannungstechniken können helfen, den Alltag gelassener anzugehen und wirken sich meist sehr positiv auf das Rauschen im Ohr aus.

 

– Vorbeugung –

Konflikt vermeiden:

Der effektivste Tipp gegen ein Konflikt bedingtes Rauschen im Ohr vorzugehen ist die Vermeidung dessen. Natürlich ist dies nicht immer so leicht einzuhalten. Zum Beispiel im Beruf oder in der Familie. Dagegen jedoch funktioniert unser zweiter Tipp. Zumal dieser jedoch etwas mehr mentale Stärke erfordert.

Versuchen gelassen zu bleiben:

Wenn man dem Streit nicht aus dem Weg gehen kann, sollte man zumindest versuchen sich nicht so stark davon beeinflussen zu lassen. Natürlich sagt sich dies meist leichter als es letzten Endes ist. Wenn man sich aber immer wieder bewusst macht, dass es keinerlei Vorteile hat, sich von negativen Emotionen bestimmen zu lassen, dann kann man auch diese Methode verinnerlichen. Versuch immer dran zu denken: du kontrollierst deine Gedanken und deine Gedanken kontrollieren dich nicht.

Rede mit einer vertrauten Person:

Psychische Belastungen schleichen sich immer wieder in unseren Alltag und wollen unsere Gedanke garnicht mehr loslassen. Daher empfiehlt es sich mit einer Person deines Vertrauens über deine Probleme und Ängste zu reden. abgesehen von den guten Tipps die sie dir liefern können, hilft oft auch das Reden an sich um schwierige Situationen zu verarbeiten und wieder einen klaren Kopf zu erlangen. Dazu kommt das soziale Kontakte mit vertrauten Menschen eine beruhigende Wirkung auf uns haben kann. Dadurch wird weiterer Stress vorgebeugt was wieder rum einen positivem Effekt auf das Rauschen im Ohr hat.

Ein zu voller Wochenplan ist ebenso wie ein Konflikt eine starke psychische Belastung und häufiger Auslöser von Ohrgeräuschen. Wenn der Körper zu lange starkem Stress ausgesetzt ist, schüttet er vermehrt das Hormon Cortisol aus. Dies hat zur Folge, dass das Innenohr schlechter durchblutet wird und somit die Anfälligkeit für Krankheiten steigt.

 

– Vorbeugung –

Beruhigungstee:

Tees können dir dabei helfen dich zum entspannen zu bringen. Achte beim Kauf auf eine beruhigende Wirkung der Kräuter. Es gibt nämlich auch Tees die aufputschend wirken. Meist werden diese Sorten mit den Kennworten „Sleep“, „Relax“ oder „Beruhigung“ versehen. Ein weiteres gutes Beispiel für einen Beruhigungstee ist der klassische Kamillentee.

Terminkalender aufräumen:

Wenn du dir zu viele Dinge aufbrummst, ist dein Gehirn permanent ausgelastet und hat keine Zeit für Erholung. Es ist aber wichtig, auch ein wenig Zeit am Tag zu haben die du frei, ohne jegliche Pflichten gestalten kannst. Versuche dir auch als festen Termin ein Zeit Fenster in deinen Alltag einzubauen, an dem du nichts machst.

Entspannungstechniken:

Es gibt viele Entspannungstechniken und Übungen, welche man daheim und ohne Vorkenntnisse durchführen kann. Ziel ist es dabei sich auf sich selbst zu fokussieren und den Stress im Alltag etwas auszublenden. Allgemein kann man keine goldene Übung preisen, suche daher am besten im Internet nach passenden Techniken und probiere diese aus.

Hier ein paar Empfehlungen:

Rauschen im Ohr
  • Autogenes training: Bei dieser Entspannungsmethode liegt der Fokus bei den körpereigenen Empfindungen. Sie bedarf allerdings etwas Übung, weshalb anfangs eine professionelle Anleitung empfohlen wird. Autogenes training beruht auf einer Art von Selbsthypnose. Das allgemeine Ziel ist, durch bestimmte Gedanken den eigenen Körper zur Entspannung zu veranleiten. Um den Körper und Geist zu entspannen solltest du dich zunächst in eine angenehme Position begeben. Am besten legst du dich flach mit dem Rücken auf den Boden. Schließe die Augen und bereite dich auf die erste Entspannungsübung des autogenen Trainings vor. Es gibt 5 Grundübungen die mithilfe von bestimmten verbalen Formeln ausgeführt werden. Die 5 Grundübungen sind: Die Schwereübung, die Herzübung, die Wärmeübung, die Kopfübung und die Atemübung. Beginne mit einem Körperteil, welches den Zustand durch Gedankenlenkung annehmen soll. Hierbei ist es ratsam mit dem dominanten Arm anzufangen. Bei der Schwereübung lautet die Formel zum Beispiel „Mein rechter Arm ist ganz schwer“. Diese wird mehrmals wiederholt bis dein Arm sich entspannt und schwer anfühlt. mit Hilfe der Formel soll diese Entspannung nun auch auf den rest des Körpers angewendet werden. Das autogene Training ist bei richtiger Anwendung ein effektives Mittel gegen Stress und kann so gegen das Raschen im Ohr angewendet werden.
  • Atemtechniken: Um das Stressniveau zu senken und die Herzfrequenz zu beruhigen ist die richtige Atemtechnik ein effektives Mittel. Probiere es mit der 4-7-8 Atemtechnik. Auch diese Entspannungsmethode sollte regelmäßig geübt werden um möglichst wirksam zu sein. Bevor man mit der Atemübung beginnt, gilt auch hier zuerst eine angenehme Position einzunehmen, entweder im liegen oder im sitzen bevorzugt mit geschlossenen Augen. Dabei sollte die Spitze der Zunge während der gesamten Übung hinter den oberen Schneidezähnen befinden. Schritt 1 der Atemübung ist es Tief einzuatmen und wie der Name sagt dabei bis 4 zählen. Schritt 2 ist es den Atem anzuhalten bis man weiter bis 7 gezählt hat. Als letzten Schritt atmet man kraftvoll aus während man bis 8 zu ende zählt. Wiederhole diesen Vorgang mehrmals bis dein Herzschlag sich beruhigt und der Stress langsam reduziert werden kann.
Rauschen im Ohr
Rauschen im Ohr
  • Traumreisen: Traumreisen ähneln einer Meditation, sind aber weniger geistig fordernd und eignen sich deshalb gut für alle die mit Entspannungsübungen neu anfangen. Auch bei Traumreisen sollte eine möglichst angenehme Position im liegen oder sitzen eingenommen werden. Dann wird eine Geschichte erzählt oder über einen Lautsprecher abgespielt. Die Geschichten sind so gestaltet, dass du von selbst die richtigen Vorstellungen im Kopf erzeugst.  Demnach sollte auch das Thema der Traumreise an die jeweilige Person angepasst werden. Um die Entspannung weiter zu fördern kann nebenbei ruhige Musik abgespielt werden. Die vorgetragene Geschichte und die Musik helfen gleichzeitig auch dabei ein bereits vorhandenes Rauschen im Ohr zu übertönen, sodass es weniger präsent ist und wir uns auf einzig und allein auf den Stressabbau fokussieren können.
Hinhören:

Es scheint paradox: Wer mit seinem Tinnitus besser leben will, sollte auch versuchen richtig hinzuhören. Tatsächlich bringen Achtsamkeitsübungen bei einigen Personen ebenfalls eine erhebliche Erleichterung von den mitunter quälenden Phantomtönen. Bei manchen Personen scheint dies auch besser als die oben genannten Entspannungsübungen zu wirken.

Neben der erwähnten psychischen Belastungen gibt es auch eine Menge an körperlichen Faktoren, die Rauschen im Ohr begünstigen. Gründe können zum einen Folgen von Krankheiten wie Stoffwechselstörungen oder Herz-Kreislauf Problemen sein, zum anderen traumatische Verletzungen des Trommelfells, wie beispielsweise ein Knall- oder Explosionstrauma. Bei Letzteren ist eine starke Krafteinwirkung von außen auf das Trommelfell in Form von Schall Auslöser der Verletzung.

 

– Vorbeugung –

Ohren schützen:

Wenn man seinem Hörorgan zu oft extremen Lautstärken aussetzt, läuft man Gefahr diese dauerhaft zu schädigen. Daher empfiehlt sich bei Arbeiten mit lauten Maschinen einen Gehörschutz tragen. Auch bei Freizeitaktivitäten wie Konzerten oder in einer Disko kann es Sinn machen, sicherheitshalber Ohropax einzupacken.

Lärmquellen meiden:

Als zweite Option empfiehlt es sich diese Lärmquellen zu reduzieren oder  eine gewisse Distanz aufzubauen wenn Ersteres nicht möglich ist. Oft gibt uns unser Gefühl schon ziemlich genau an, ab wann man sich zu nah an der Geräuschquelle befindet. Aber Vorsicht. Die Ohren gewöhnen sich nach der Zeit auch an hohe Lautstärke und werden unempfindlicher. Dies sollte auch beim Musikhören mit Kopfhörern beachtet werden. Wir tendieren oft dazu die Musik extrem Laut zu machen um externe Geräusche in der Bahn oder im Bus aus zu blenden. Um potentiell dauerhafte Hörschäden zu vermeiden lohnt es sich zum Beispiel Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung zu kaufen. Diese ermöglichen dir, dass du externe Geräusche ausblenden kannst ohne dabei die Lautstärke zu hoch machen zu müssen. So bleiben letztendlich deine Ohren gesund und ein Rauschen im Ohr fern.

Wenn das Rauschen im Ohr länger als 3 Monate anhält spricht man von einem chronischen Tinnitus. Die Chancen, dass dieser von selbst wieder verschwindet ist sehr gering. Daher sollte man zuerst einen Arzt aufsuchen, der einen untersuchen und diagnostizieren kann. Wahrscheinlich handelt es ich bei dem Rauschen im Ohr um einen Tinnitus. Leider gibt es bis heute keine effektive Heilungsmethode. Daher fokussiert man sich in diesem Fall eher darauf die Symptome in den Alltag zu integrieren. Folgende Infografik zeigt dir einige Möglichkeiten auf, wie du deinen Tinnitus in den Alltag integrieren kannst, um deine Lebensqualität zu steigern.

Abschließend sollte angemerkt werden, dass dieser Artikel als Hilfestellung dienen soll und keinesfalls eine fachliche Einschätzung eines professionellen Arztes ersetzen kann. Wenn du denkst an einem Tinnitus zu leiden suche am besten umgehend einen Arzt auf. Für eine erfolgreiche Behandlung zählt schnelles Handeln.

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