Brummen, Summen, Klingeln oder Zischen im Ohr ?

Rund drei Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einem Tinnitus Aurium. Für die Betroffenen ist das anhaltende Ohrgeräusch mit erheblichen Belastungen verbunden. Folgeerscheinungen wie Angstzustände, Schlaf- und Konzentrationsstörungen und sogar Depressionen sind nicht unüblich. Lange Zeit konnte man sich die Ursache dieses Phänomens nicht erklären. Einige Vermutungen beruhten auf der Annahme eines Defekts im Innenohr. Tatsächlich lässt sich der Tinnitus Aurium jedoch auf das Gehirn zurückführen. Das zeigten neue, bildgebende Verfahren.  Als Patient stellt sich nun die Frage –

WAS TUN?

Man mit Tinnitus Aurium
Mann verspürt Unbehagen aufgrund seines Tinnitus Aurium

Tinnitus Aurium – Was bedeutet das?

Tinnitus Aurium kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „das Klingeln der Ohren“. Meistens einfach nur Tinnitus genannt, beschreibt der Tinnitus Aurium eine Bandbreite an Ohrgeräuschen. Diese können dauernd vorhanden sein oder auch pausieren. Betroffene beschreiben das Geräusch als Summen, Zischen, Rauschen oder sogar Klingeln. Interessant ist, dass umstehende Menschen das Geräusch nicht wahrnehmen. Was im ersten Moment ungefährlich erscheint, ist für rund die Hälfte der Betroffenen mit riskanten psychischen Belastungen verbunden.

Tinnitus Aurium – Welche Formen gibt es?

Jeder Betroffene empfindet den Tinnitus Aurium anders. Daher wundert euch nicht, wenn ihr euer Geräusch erstmal nicht einordnen könnt. Es gibt verschiedene Formen!

Subjektiver Tinnitus

Diese Form des Tinnitus wird nur vom Betroffenen selber gehört und ist die am meist verbreitete Form. Im Grunde bildet sich ohne einen akustischen Reiz von außen eine Information im Gehirn. Diese wird dann als ein Geräusch wahrgenommen.

• Ansicht auf ein bildgebendes Verfahren zur Untersuchung von Tinnitus Aurium Ursachen
• Arzt führt eine Ohrmikroskopie bei einer möglichen Tinnitus Aurium Betroffenen durch

Objektiver Tinnitus

Diese Form des Tinnitus bezeichnet Ohrgeräusche, die sowohl vom Patienten als auch vom Arzt wahrgenommen werden können. Zum Beispiel kann es sich da um Geräusche handeln, die selbst vom Körper ausgesendet werden. Meistens lassen sich diese auf die Muskulatur oder Gefäße im Bereich der Ohren zurückführen.

Ein Spezialfall des objektiven Tinnitus Aurium ist der pulssynchrone Tinnitus. Betroffene hören hier ihren Herzschlag in Form eines rhythmischen Rauschens oder Fließens.

Unterschieden wird auch wie lange ein Tinnitus anhält :

Akuter Tinnitus

Bis zu 3 Monaten

Chronischer Tinnitus

Ab 3 Monaten

Tinnitus Aurium – Woher kommt er?

Die Neurologie hat bereits gezeigt, dass die Ursache für einen Tinnitus im Gehirn entsteht. Dennoch lässt sich ein Defekt im Innenohr nicht komplett ausschließen. Oft geht dem Tinnitus eine Schädigung der Hörbahn voraus. Diese leitet die akustischen Signale in Form von elektrischen Signalen an unser Gehirn weiter. Liegt nun eine Schädigung vor, gelangen weniger Informationen zum Gehirn. Die verantwortlichen Nervenzellen in diesem Bereich des Gehirns werden hyperaktiv und erzeugen entweder eigenständig Geräusche oder nehmen akustische Signale deutlich stärker war. Folglich hört man Töne, die normalerweise ausgeblendet werden oder gar nicht erst vorhanden sind. Nun zu den Ursachen.

 

Subjektiver Tinnitus Aurium

Der subjektive Tinnitus Aurium wird in den meisten Fällen durch Stress ausgelöst!

Hier eine Liste zu weiteren möglichen Auslösern:
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch
  • Multiple Sklerose
  • häufiges lautes Musikhören mit Kopfhörern
  • Erkrankung des Innenohrs (Morbus Menière)
  • Trommelfellverletzungen
  • Hirntumoren
  • Blutarmut
  • Tumoren des Hörnervs
  • Blutdruck (zu hoch oder zu niedrig)
  • psychische Erkrankungen
  • Hörsturz
  • Mittelohrentzündung

Objektiver Tinnitus Aurium

Auch wenn der objektive Tinnitus Aurium nur rund 1 % der Fälle ausmacht sind seine Ursachen ernst zunehmen!

Hier eine Liste der möglichen Auslöser
  • Gefäßmissbildungen oder -verengungen (pulssynchroner Ton)
  • Öffnungsbewegung des Nasenrachenraums (atemabhängiger Ton)
  • Verspannungen des Mittelohrmuskels (Klicken oder Knacken)
  • Tumore

Eins lässt sich nun mit Sicherheit sagen! Mit diesen Erkenntnissen ist klar, dass sich Betroffene diese Geräusche nicht einbilden. Tinnitus Aurium ist nachweisbar und seine Entstehung lässt sich anhand seiner Auslöser erklären. Das nimmt dem ein oder anderen Betroffenen vielleicht den Zweifel, sich Töne einzubilden, die gar nicht vorhanden sind. Mehr über die häufigsten Auslöser für Tinnitus erfährst du hier.

Tinnitus Aurium – Wie lässt er sich behandeln?

Nun, wo wir wissen woher das Problem rührt, ist es auch möglich individuell die richtige Therapie zu finden.  Die drei grundlegenden Bausteine der Ärzte sind :

  • Aufklärung

Für jeden Patienten und seine Erkrankung ist es wichtig über seine Krankheit Bescheid zu wissen. Die Aufklärung gibt dem Betroffenen die Möglichkeit zu verstehen woher seine Beschwerden kommen und wie diese entstehen. Das ermöglicht eine optimale Zusammenarbeit mit den Ärzten.

  • Entspannungstechniken

Wie wir bereits festgestellt haben, ist Stress ein enormer Einflussfaktor. Diesen gilt es zu reduzieren. Für Tinnitus Patienten liegt genau da die Herausforderung. Es verändern sich nicht nur die Hörareale sondern auch die Bereiche im Gehirn, die für die Entspannung zuständig sind.

  • Hörtraining

Hier liegt der Fokus darin Betroffenen Fähigkeiten näher zu bringen, mit denen sie ihren Tinnitus Aurium kompensieren können. Hier gilt es das Ohrgeräusch mit therapeutischer Anleitung in den Alltag zu integrieren.

Wenn du genauer in die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten eintauchen möchtest, empfehle ich dir diesen Beitrag.

 

Ein Blick in die Zukunft…

Tinnitus zu heilen ist zwar bei den Meisten leider noch nicht möglich, dennoch gibt es unterschiedliche Möglichkeiten ihn zu lindern. Und ein Blick auf die Studienlage lässt Hoffnung aufkommen, dass in Zukunft weitere Therapien erforscht werden.

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