Rund 3 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einem Tinnitus Aurium. Folgeerscheinungen des anhaltenden Ohrgeräusches können  Angstzustände, Schlaf- und Konzentrationsstörungen und sogar Depressionen sein. Neue Verfahren zeigen, dass sich Tinnitus Aurium auf das Gehirn zurückführen lässt.

Tinnitus Aurium kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „das Klingeln der Ohren“. Meistens einfach nur Tinnitus genannt, beschreibt der Tinnitus Aurium eine Bandbreite an Ohrgeräuschen, welche dauernd vorhanden sein oder auch pausieren können. Betroffene beschreiben das Geräusch als Summen, Zischen, Rauschen oder sogar Klingeln. Für weitere Informationen über die Ohrgeräusche haben wir einen eigenen Blogbeitrag erstellt. Interessant ist, dass umstehende Menschen das Geräusch nicht wahrnehmen. Auch wenn dies im ersten Moment als ungefährlich erscheint, ist es für rund die Hälfte der Betroffenen mit riskanten psychischen Belastungen verbunden.

Jeder Betroffene empfindet den Tinnitus Aurium anders. Daher wundert euch nicht, wenn ihr euer Geräusch erstmal nicht einordnen könnt. Es gibt verschiedene Formen!

Subjektiver Tinnitus

Diese Form des Tinnitus wird nur vom Betroffenen selber gehört und ist die am meist verbreitete Form. Im Grunde bildet sich ohne einen akustischen Reiz von außen eine Information im Gehirn und wird dann als ein Geräusch wahrgenommen.

Objektiver Tinnitus

Diese Form des Tinnitus bezeichnet Ohrgeräusche, die sowohl vom Patienten als auch vom Arzt wahrgenommen werden können. Zum Beispiel kann es sich da um Geräusche handeln, die selbst vom Körper ausgesendet werden. Meistens lassen sich diese auf die Muskulatur oder Gefäße im Bereich der Ohren zurückführen.
Ein Spezialfall des objektiven Tinnitus Aurium ist der pulssynchrone Tinnitus, bei dem Betroffene ihren Herzschlag in Form eines rhythmischen Rauschens oder Fließens hören.

Unterschieden wird auch wie lange ein Tinnitus anhält :

Akuter Tinnitus

Bis zu 3 Monaten

Chronischer Tinnitus

Ab 3 Monaten

Die Neurologie hat bereits gezeigt, dass die Ursache für einen Tinnitus im Gehirn entsteht. Dennoch lässt sich ein Defekt im Innenohr nicht komplett ausschließen, denn oft geht dem Tinnitus eine Schädigung der Hörbahn voraus. Diese leitet die akustischen Signale in Form von elektrischen Signalen an unser Gehirn weiter. Liegt nun eine Schädigung vor, gelangen weniger Informationen zum Gehirn. Die verantwortlichen Nervenzellen in diesem Bereich des Gehirns werden hyperaktiv und erzeugen entweder eigenständig Geräusche oder nehmen akustische Signale deutlich stärker war. Folglich hört man Töne, die normalerweise ausgeblendet werden oder gar nicht erst vorhanden sind. Nun zu den Ursachen.

Subjektiver Tinnitus

Der subjektive Tinnitus Aurium wird in den meisten Fällen durch Stress ausgelöst!

Hier eine Liste zu weiteren möglichen Auslösern:
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch
  • Multiple Sklerose
  • häufiges lautes Musikhören mit Kopfhörern
  • Erkrankung des Innenohrs (Morbus Menière)
  • Trommelfellverletzungen
  • Hirntumoren
  • Blutarmut
  • Tumoren des Hörnervs
  • Blutdruck (zu hoch oder zu niedrig)
  • psychische Erkrankungen
  • Hörsturz
  • Mittelohrentzündung

Objektiver Tinnitus

Auch wenn der objektive Tinnitus Aurium nur rund 1 % der Fälle ausmacht sind seine Ursachen ernst zunehmen!

Hier eine Liste möglicher Auslöser
  • Gefäßmissbildungen oder -verengungen (pulssynchroner Ton)
  • Öffnungsbewegung des Nasenrachenraums (atemabhängiger Ton)
  • Verspannungen des Mittelohrmuskels (Klicken oder Knacken)
  • Tumore

Eins lässt sich nun mit Sicherheit sagen! Mit diesen Erkenntnissen ist klar, dass sich Betroffene diese Geräusche nicht einbilden. Tinnitus ist nachweisbar und seine Entstehung lässt sich anhand seiner Auslöser erklären. Das nimmt dem ein oder anderen Betroffenen vielleicht den Zweifel, sich Töne einzubilden, die gar nicht vorhanden sind. Mehr über die häufigsten Auslöser für Tinnitus erfährst du hier.

Nun, wo wir wissen woher das Problem rührt, ist es auch möglich individuell die richtige Therapie zu finden.  Die drei grundlegenden Bausteine der Ärzte sind:

Aufklärung

Für jeden Patienten und seine Erkrankung ist es wichtig über seine Krankheit Bescheid zu wissen, denn die Aufklärung gibt dem Betroffenen die Möglichkeit zu verstehen, woher seine Beschwerden kommen und wie diese entstehen. Das ermöglicht eine optimale Zusammenarbeit mit den Ärzten.

Entspannungstechniken

Wie wir bereits festgestellt haben, ist Stress ein enormer Einflussfaktor und diesen gilt es zu reduzieren. Für Tinnitus Patienten liegt genau da die Herausforderung, da sich nicht nur die Hörareale verändern, sondern auch die Bereiche im Gehirn, die für die Entspannung zuständig sind.

Hörtraining

Hier liegt der Fokus darin Betroffenen Fähigkeiten näher zu bringen, mit denen sie ihren Tinnitus Aurium kompensieren können. Das Ohrgeräusch soll mit therapeutischer Anleitung in den Alltag integriert werden.


Wenn du genauer in die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten eintauchen möchtest, empfehle ich dir diesen Beitrag.


Ein Blick in die Zukunft…

Tinnitus zu heilen ist zwar bei den Meisten leider noch nicht möglich, dennoch gibt es unterschiedliche Möglichkeiten ihn zu lindern. Und ein Blick auf die Studienlage lässt Hoffnung aufkommen, dass in Zukunft weitere Therapien erforscht werden.

Zusammenfassung

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