Wann sollte ich eine Tinnitus Klinik aufsuchen?

Ein Tinnitus klingt oft innerhalb von 24 bis 48 Stunden wieder ab. Warte also diese Zeitspanne zunächst in Ruhe ab. Sollten die Ohrgeräusche nicht abklingen, ist der erste Schritt bei Tinnitus Symptomen, einen HNO Arzt oder eine HNO Ärztin aufzusuchen. Diese*r kann Tinnitus von anderen Ursachen abgrenzen und prüft ob ein behandlungsbedürftiger akuter Tinnitus vorliegt. Dabei untersucht der Arzt oder die Ärztin die Ohren, das gesamte Gehör und weitere Organe. Sollte der Arzt oder die Ärztin dir den Ratschlag geben, dass du dich stationär, also in einer Klinik behandeln lässt, solltest du dies in Erwägung ziehen. In der Tinnitus Klinik behandeln Ärzte und Ärztinnen einen Hörsturz oder einen akuten Tinnitus nur noch in der Minderheit der Fälle.

Hilfe durch Selbsthilfe

Als kleine Anregung nebenbei kann es auch hilfreich sein sich an eine Tinnitus Selbsthilfegruppe in der jeweiligen Stadt zu wenden. Hier findest du Leidensgenossen, die einem mit Rat und Tat zur Seite stehen können und möglicherweise auch selbst schon einmal den Weg in eine Tinnitus Klinik angetreten sind. Sollte dies der Fall sein kannst du dir dann zusätzlich zum Arzt deines Vertrauens auch bei den Mitgliedern deiner Selbsthilfegruppe Rat bezüglich der Therapie deines Tinnitus in einer Tinnitus Klinik holen. Auch ein Blick auf die Internetseite der Deutschen Tinnitus Liga kann nützlich sein. Hierbei handelt es sich um einen eingetragenen Verein, der als Selbsthilfegruppe über ganz Deutschland hinweg agiert und viele Informationen und Hilfen zum Thema Tinnitus für Betroffene bereitstellt.

Starker und fortschreitender Hörverlust

Am besten ist es natürlich einen Hörverlust bereits von Anfang an nach seinem ersten Auftreten zu behandeln. Häufig tritt hier allerdings das Problem auf, dass Betroffene ihren Hörverlust erst sehr spät bemerken. Dies hängt mit der Macht der Gewohnheit zusammen. Nur in den seltensten Fällen, beispielsweise nach einem Unfall, tritt ein starker Verlust des Hörvermögens in geringer Zeit auf. Meistens handelt es sich stattdessen um einen fortschreitenden Hörverlust, bei dem das Gehör über einen längeren Zeitraum hinweg immer ein bisschen schlechter wird. Den Betroffenen fallen die kleinen Negativsprünge in ihrer Hörstärke nun meist deshalb nicht auf, da sie sich schnell an das nur etwas schlechtere Gehör gewöhnen und dieses dann als normal empfinden. Erst nach einem längeren Zeitraum und mit einem erheblich schlechteren Hörvermögen ausgestattet fällt ihnen auf, dass ihr Gehör früher mal viel besser war. An dieser Stelle kann dann meist leider nur noch eine stationäre Behandlung helfen.

Ursachen eines Hörverlustes

Die Ursachen eines Hörverlustes sind vielfältig, können aber auf die drei grundlegenden Bereiche des Ohres aufgeteilt werden: Das Außenohr, das Mittelohr und das Innenohr. Das Außenohr betreffend findet sich der Grund für eine Beeinträchtigung des Gehörs meist in einer Beeinträchtigung des Schallflusses durch den Gehörgang. Hierbei handelt es sich oft ganz einfach Infektionen oder Ohrenschmalzpfropfen, die zu einer Verstopfung des Gehörgangs führen. Nimmt der Verlust der Hörfähigkeit seinen Ursprung im Mittelohr, so handelt es sich bei der Ursache meist um eine Mittelohrentzündung. Auch eine Schädigung des Trommelfeldes, oder chronische Erkrankungen wie beispielsweise Otosklerose sind möglich. Im Falle des Innenohres sind die Gründe für einen Hörverlust eine Beschädigung der Haarsinneszellen, die oft auch mit dem Alter einhergeht, eine Viruserkrankung, genetische Defekte, oder zu guter Letzt auch ein Hörsturz.  

Neben dem Hörverlust vorliegende Begleiterkrankung

Es gibt Krankheiten, die, wenn sie in Verbindung mit einer Beeinträchtigung des Gehörs auftreten, diese noch weiter verstärken können. Wenn du bereits zuvor an Hörverlust gelitten hast, doch dir auffällt, dass sich dieser seit Beginn einer Erkrankung noch einmal rapide verschlechtert hat, dann ist es unbedingt notwendig einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen, der oder die sich um die Heilung deiner Begleiterkrankung kümmert. Diese zuerst zu behandeln und bestenfalls zu heilen ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass im Anschluss dein Hörverlust als solcher weitergehend behandelt werden kann.

Besonderes berufliches Betroffen sein

Sollte dir während der Arbeit auffallen, dass der immer weiter fortschreitende Verlust deines Gehörs dich stark beeinträchtigt, so bist du besonders beruflich betroffen. Ein Musiker oder eine Musikerin, die unter Hörverlust leiden, haben es schwer im Job Bestleistungen zu erbringen. Meist wenden sich Betroffene jedoch bereits an ihren Arzt, bevor sie besonders beruflich betroffen sind, da sie vorher bereits in ihrem Alltag in einem solchen Maß eingeschränkt sind, dass sie gar nicht anders können. Wenn dir dein starker Hörverlust erst wirklich bewusst wird, wenn du bereits besonders beruflich betroffen bist, dann solltest du dich schnellstmöglich an einen Arzt wenden. Eine stationäre Behandlung in einer Tinnitus Klinik kann auch in diesem Fall eine notwendige und gute Vorgehensweise sein.

Wie gehe ich vor, wenn der Reha Antrag abgelehnt wird?

Häufig kommt es vor, dass Anträge von den Kostenträgern abgelehnt werden. Es ist jedoch möglich Widerspruch einzulegen, wenn du und dein Arzt oder deine Ärztin von der Notwendigkeit einer stationärer Rehabilitation überzeugt seid und dies ausreichend begründen könnt. Hierzu solltest du unbedingt noch einmal Rücksprache mit deinem Arzt, oder deiner Ärztin halten.

Weitere Informationen über Tinnitus Kliniken findest du hier

Hör- und Wahrnehmungstraining

Objektiv gesehen handelt es sich beim Tinnitus in vielen Fällen eigentlich nicht unbedingt um ein lautes Geräusch. Durch einen negativen Lernprozess wird die Wahrnehmung bei Betroffenen jedoch immer stärker auf den Tinnitus gerichtet, was diesen letztendlich in den Vordergrund schiebt. Dies führt dazu, dass unter Tinnitus Leidende diesen aus ihrer subjektiven Sicht als laut und in vielen Fällen sehr störend Empfinden. Da die Ursachen von Tinnitus häufig nur schwer zu bekämpfen sind ist das Ziel des Hör- und Wahrnehmungstrainings nicht, diesen zu beseitigen, sondern die Aufmerksamkeit des Betroffenen vom Tinnitus weg zu lenken. Es geht also vorrangig nicht um eine Heilung vom Tinnitus, sondern darum, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. So setzt das Hör- und Wahrnehmungstraining an der Idee an, die unter Tinnitus Leidenden Personen an diesen zu gewöhnen. Hierdurch wird ihre Aufmerksamkeit im Alltag vom Tinnitus weg gelenkt.

Rezeptive Musiktherapie

Bei der rezeptiven Musiktherapie wird wie beim Hör- und Wahrnehmungstraining versucht die Aufmerksamkeit des Betroffenen vom Tinnitus weg zu lenken. Hierbei sind im Gegensatz zum Hör- und Wahrnehmungstraining jedoch nicht einzelne Töne, oder Tonsequenzen das Werkzeug der Wahl. Stattdessen wird bei der rezeptiven Musiktherapie auf ganze Musikstücke zurückgegriffen, um das Wohlbefinden beim Betroffenen zu steigern. Durch eine Steigerung des Wohlbefinden des Betroffenen kann die Chance auf einen Erfolg der Therapie nämlich nachhaltig gesteigert werden. Rezeptive Musiktherapie kann sowohl bei Patienten mit akutem, als auch mit subakutem Tinnitus zum Einsatz kommen. Zusätzlich ist sie auch für Betroffene mit chronischen Beschwerden sehr gut geeignet. Zudem wird die rezeptive Musiktherapie in einen aktiven und passiven Teil unterteilt. Bei Ersterem erzeugt der Patient selbst auf Instrumenten Klänge, bei Letzterem hört er sich die Musik nur an, ohne aktiv etwas zu unternehmen. Dies führt zu einem Einbezug mehrerer Sinne was die Erfolgschancen steigern kann.

Thai Chi

Beim Thai Chi handelt es sich ursprünglich um eine Kampfsportart aus dem antiken China. Heutzutage wird es jedoch aufgrund seiner positiven Nebenauswirkungen häufig nicht mehr zur Erlernung der Kampfkunst eingesetzt. Zu diesen positiven Auswirkungen zählt hierbei unter anderem, dass Thai Chi in einem hohen Maße entspannend auf den Körper und den Geist wirkt. Unter anderem durch diese starke Entspannung wird auch ein stärkerer Einklang zwischen Körper und Geist hervorgerufen. Hierdurch zeichnet sich Thai Chi auch als wunderbare Behandlungsmethode bei fast allen stressbedingten und psychosomatischen Krankheiten aus, zu denen auch Tinnitus zählt. Vom Ablauf her ähnelt Thai Chi sehr stark dem Yoga und handelt davon eine ausgewählte Reihe an Körperstellungen hintereinander einzunehmen. Hierbei ist ein ruhiges Vorgehen und höchste Achtsamkeit gefragt, wodurch beim Thai Chi auch die Aufmerksamkeit der Ausführenden gestärkt wird.

Progressive Muskelrelaxation

Auch bei der progressiven Muskelrelaxation geht es vorwiegend um Entspannung. Der Ablauf der progressiven Muskelentspannung gestaltet sich folgendermaßen. Zuerst legst du dich auf den Boden und versuchst deine Muskeln vollkommen zu entspannen. Hierbei solltest du darauf achten, dass auch deine Umgebung die Entspannung ausstrahlt, die du letztendlich erreichen möchtest. Dimme also am besten das Licht, oder stell Kerzen auf. Gestalte den Untergrund auf dem du liegst möglichst angenehm, um während der Ausführung der progressiven Muskelrelaxation schmerzende Muskeln zu vermeiden und sorge dafür, dass deine Umgebung so ruhig ist wie nur möglich. Nun hörst du in deinen Körper hinein, konzentrierst dich auf einzelne Muskeln und spannst diese immer wieder aktiv an, um sie dann wieder zu entspannen. Nach einiger Zeit und mit etwas Übung wirst du den Dreh raushaben und die progressive Muskelrelaxation wird bei dir zu einer großen Entspannung führen. Dies kann sich dann auch positiv auf deinen Tinnitus auswirken.

Psychologische Gesprächsgruppen und Einzelgespräche

Wie weiter oben bereits erwähnt kann es für Betroffene eine gute Idee sein sich einer Tinnitus Selbsthilfegruppe anzuschließen. Hier triffst du auf Menschen die in ihrem Leben mit den selben Problemen zu kämpfen haben unter denen auch du leidest. Diese Personen können dir dann mit Rat und Tat zur Seite stehen und dir helfen mit deiner Beeinträchtigung zurechtzukommen. Zudem erhältst du hier wertvolle Kontakte zu Ärzten und möglicherweise auch Informationen über eine gute Tinnitus Klinik. Auch wirksame Medikamente können in solchen Gruppen weiterempfohlen werden. Zudem kann es Mut machen sich regelmäßig in einer Gruppe auszutauschen und sich gegenseitig die jeweiligen positiven Erfolge im Kampf gegen den eigenen Tinnitus mitzuteilen. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass oft auch die eigenen Angehörigen mit zu ausgewählten Treffen der Selbsthilfegruppen kommen dürfen und so ein besseres Verständnis und Einfühlungsvermögen für deine Beeinträchtigung entwickeln können. Du solltest es also auf jeden Fall mal versuchen.

Gleichgewichtstraining

Durch die Störung des Bewegungsapparates und damit auch des Gleichgewichtssinnes kann es durch einen erhöhten Strom an Nervenimpulsen zu einer Beeinträchtigung des Hörsystems im Gehirn kommen. Eine hieraus resultierende Folge kann dann unter anderem auch ein starker Tinnitus sein. Sollte dies in einer Diagnose durch einen versierten Arzt festgestellt werden, so ist es ratsam im Anschluss sofort mit einem Gleichgewichtstraining zu beginnen. Hierbei wird auch fokussiert auf die Stabilisationsmuskeln eingegangen. Bei diesen handelt es sich um kleinere Muskelgruppen welche meist im Alltag mit den größeren Muskelgruppen zusammenarbeiten. Ihre vorrangige Funktion besteht in der Stabilisation des Körpers. Es gibt eine Vielzahl von Übungen welche speziell der Stärkung der Stabilisationsmuskel dienen und auch in der Ausführung kein allzu großes Können erfordern. Zur Erlernung dieser Übungen kann ein Besuch in einer Tinnitus Klinik und eine Einführung durch geschultes Personal ratsam sein.

Tinnitus Klinik Yoga

 

Krafttraining oder anderweitiger Sport

Das Training mit Gewichten im Fitnessstudio oder auch jedwede anderweitige körperliche Betätigung können sich sehr positiv auf deinen Tinnitus auswirken. Hier geht es auch wieder um das Prinzip der Ablenkung und der Gewöhnung. Beim Sport musst du dein Gehirn nicht besonders anstrengen, sondern benutzt vorrangig deinen Körper. Es handelt sich also nicht um eine schwere geistige Aufgabe, bei der dein Tinnitus dich stark ablenken kann. Konzentriere dich einfach ganz auf den gewohnten Ablauf der Übungen und versuche alles andere zu vergessen. Wenn du das machst wirst du sehen, wie dein Tinnitus werden der sportlichen Betätigung immer weiter in den Hintergrund rückt. Mit der Zeit werden sich dann dein Körper und dein Geist immer mehr daran gewöhnen den Tinnitus während dem Sport auszublenden. Du wirst dir somit eine Tinnitus freie Zone in deinem Tagesablauf geschaffen haben in der du Kraft tanken kannst. Zusätzlich ist es auch gut für deine Gesundheit.

Schritt für Schritt zur Wahl der richtigen Tinnitus Klinik

Gesetzlich versichert, sowie privat versichert, hat jeder Patient freie Krankenhauswahl. Subjektive Präferenzen leiten Erkrankte oder Angehörige bei der Auswahl der Klinik. Am besten wäre es jedoch, wenn du nach objektiven Kriterien die Entscheidung fällst. So ist garantiert, dass du die geeignetste Klinik für deine Symptome findest.

Welche Klinik ist die Beste für mich?

Es ist nicht möglich, eine Klinik prinzipiell über alle anderen zu stellen, denn das wichtigste Auswahlkriterium ist zweifellos das Vorhandensein spezialisierter Experten in dem gesuchten Fachbereich. Schaue dir also die Kliniken auf jeden Fall im Vornherein genau an und informiere dich auch über die Fachgebiete der jeweiligen behandelnden Ärzte und Ärztinnen. Auch Bewertung von Personen im Internet über die jeweilige Klinik können hier ein interessantes Entscheidungskriterium sein. Zusätzlich geben Fallzahlen einen guten Maßstab dafür, wie viele Male ein bestimmter Eingriff bereits in einem Krankenhaus oder von einem bestimmten Arzt oder einer bestimmten Ärztin durchgeführt wurde.

Qualifizierte Beratung als Grundlage

Es ist wichtig, den Betroffenen ausführlich zu Beraten. Die ersten Weichen für das vertrauensvolle Miteinander manifestieren hier sowohl der Arzt oder die Ärztin, als auch der Patient. Die offene Kommunikation auf Augenhöhe ist sehr wichtig, denn hier stärkt man das Vertrauen maßgeblich. Suche dir hier also auf jeden Fall Ärzte oder Ärztinnen bei denen du dich wohl und gut beraten fühlst. Zudem solltest du darauf achten, dass du speziell vor einer Entlassung aus der Tinnitus Klinik gut über den weiteren Verlauf deiner Behandlung beraten wirst. Das gehört zu einer effektiven Therapie einfach dazu. Achte zusätzlich je nach Zusatzbelastung darauf, dass beispielsweise auch Psychotherapeuten, Internisten, Orthopäden oder Sporttherapeuten in der Klinik verfügbar sind.

Alles auf einen Blick

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