So gut wie jeder kennt es, so gut wie jeder hatte es: Ohrgeräusche, auch bekannt als Tinnitus. Betroffene können dabei die unterschiedlichsten Geräusche, wie Rauschen, Klingeln, Brummen oder Piepen wahrnehmen. Diese können das Gemüt schon einmal strapazieren. In den meisten Fällen klingt der Tinnitus nach einiger Zeit wieder ab. Was aber wenn Sie über einen längeren Zeitraum Geräusche wahrnehmen? Ab wann du einen Arzt aufsuchen solltest, erfährst du im folgenden Artikel. 

Ein Tinnitus beschreibt keine Krankheit, sondern ein Symptom. Allgemein unterscheidet man zwischen einem objektiv und einem subjektiv wahrgenommenen Geräusch. Der objektive Tinnitus kann im Gegensatz zu dem subjektiven Tinnitus von einem untersuchenden Arzt gehört werden. Kann der untersuchende Arzt die Geräusche nicht nachweisen, ist die häufigste Ursache eine fehlerhafte Informationsbildung im auditorischen System. Die Therapie richtet sich immer nach der Ursache. Zudem unterscheidet man zwischen einem akuten und einem chronischen Tinnitus. Von einem akuten Ohrgeräusch spricht man bei einer anhaltenden Dauer von weniger als drei Monaten. Dieser ist den meisten bekannt und kann spontan ausklingen. 
Tritt ein Tinnitus auf, ist noch kein dringender Handlungsbedarf erforderlich. Die meisten Geräusche stellen keinen Notfall dar und klingen nach einiger Zeit wieder ab. In manchen Ausnahmefällen verweilt oder verstärkt sich jedoch das Geräusch. Ab wann du einen Arzt konsultieren solltest, ist abhängig von der Dauer des Geräusches.

Hörst du nach 24 Stunden immer noch den Tinnitus? Falls ja, kontaktiere einen Arzt und vereinbare einen Termin. Wichtig für dich: Es gibt keinen Grund in Panik zu geraten. Tinnitus ist kein akuter Notfall, der sofort behandelt werden muss. Nichtsdestotrotz solltest du einen Tag nach Auftreten des Geräusches einen Arzt so früh wie möglich konsultieren. Die Prognose einer Heilung ist abhängig von der Art des Ohrgeräusches. Bei einem objektiven Tinnitus ist vor allem die Behebung der Ursache relevant. Gelingt dies, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dein Geräusch ausklingt. Bei einem subjektiven Tinnitus ist die Prognose abhängig von der bereits anhaltenden Dauer des Geräusches. Bei einem akuten subjektiven Tinnitus gilt, je früher der Therapiebeginn, desto höher die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Behandlung. Hält das Geräusch schon länger als drei Monate an, spricht man von einem chronischen subjektiven Tinnitus. Eine Heilung ist dann selten, aber nicht unmöglich. Mit der richtigen Lebensweise kann man das Geräusch weitestgehend minimieren. Die Ermittlung der Ursache des Geräusches kann sehr zeitintensiv sein. Daher gilt, je früher du mit deiner Therapie anfängst, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du einer Chronifizierung des Geräusches entgegenwirkst.

Tinnitus wann zum Arzt
Tinnitus wann zum Arzt - Infografik

Halten deine Ohrgeräusche nach 24 Stunden immer noch an, solltest du einen Arzt aufsuchen. Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt ist in der Regel zuständig für die Diagnose und Behandlung des Tinnitus. Daher sollte dieser auch deine erste Anlaufstelle sein. Du kannst auch zuerst deinen Hausarzt kontaktieren. Falls dieser dich allerdings nicht an einen HNO-Arzt weiterverweist, solltest du selbstständig einen Spezialisten aufsuchen. Mache ruhig die Dringlichkeit deines Termins deutlich. Immerhin geht eine rechtzeitige Behandlung mit einer erhöhten Heilungschance einher. Je nach Schweregrad und Therapie kann es sein, dass weitere Spezialisten, wie beispielsweise Psychotherapeuten, herangezogen werden. Beachte, dass die Behandlung von Ohrgeräuschen keinen klinischen Standards oder Richtlinien unterliegt. Daher sind sich viele Ärzte nicht sicher, wie sie den Patienten therapieren sollten und ob eine Überweisung an einen Spezialisten angebracht ist. Für dich gilt: Ratschläge, wie „da kann man nichts machen“ oder „da muss man einfach lernen mit zu leben“ sollten von dir auf keinen Fall beherzigt werden. Hole dir gegebenenfalls eine zweite Meinung ein. Grundsätzlich stimmt es, dass Tinnitus pauschal nicht geheilt werden kann. Es gibt aber bestimmte Ursachen des Geräusches, gegen die man gezielt vorgehen kann. Zudem vereinfachen unterschiedliche Strategien und Anwendungen das Leben mit einem chronischen Tinnitus.

Der Tinnitus kann sich auf deine Psyche auswirken. Häufig fühlen sich Betroffene verunsichert, ängstlich oder haben Probleme beim Einschlafen. Versuche daher jeglichen Stress zu vermeiden und Ruhe zu bewahren. Der Tinnitus kann durch diese Sekundärsymptome weiter verstärkt werden. Unternehme gegebenenfalls etwas, was dir Spaß macht und wodurch du dich ablenken kannst. Du solltest  ebenfalls mit deinem Arzt über dein Wohlergehen sprechen. Mache dir zudem bewusst, dass auch ein länger andauerndes Geräusch (unter drei Monaten) plötzlich verschwinden kann. Es gibt die unterschiedlichsten Mittel, um dem Tinnitus entgegenzuwirken. Vielleicht hilft dir das Hören eines Podcast beim Einschlafen. Finde heraus was dir gut tut und mit was du deine Psyche entlasten kannst. Falls du gerne mit Hintergrundmusik einschläfst, empfiehlt es sich einen Blick auf das Kissen von Tinus zu werfen.

Zusätzlich zur Frage ob und wann du bei einem Tinnitus zum Arzt musst, kannst du versuchen das Geräusch zu entkräften. Der häufigste Auslöser für Tinnitus und dessen Begleiterscheinungen ist Stress. Falls du dich gerade in einer anstrengenden Lebenssituation befindest, solltest du daher möglichst zur Ruhe kommen. Dafür eignen sich die unterschiedlichsten Techniken. Unter anderem solltest du dir ausreichend Zeit für deinen Schlaf nehmen. Ein erwachsener Mensch benötigt durchschnittlich 7-8 Stunden davon. Auch an der Qualität deines Schlafs kannst du arbeiten. Tauschen vor dem Schlafen gehen dein Handy gegen ein gutes Buch. Es empfiehlt sich auch genügend Sport zu treiben. Dies kann dein Wohlbefinden enorm steigern. Ein kleiner Spaziergang reicht auch völlig aus. Die Reduzierung von Stressbelastungen wirkt sich positiv auf die Begleiterscheinungen des Tinnitus  aus. Im besten Fall lässt es die Ohrgeräusche sogar ausklingen. Dies ist allerdings nur bei einem subjektiven Tinnitus möglich.

Wann zum Arzt

Die ungewohnte Situation mit dem Tinnitus kann stark die Psyche beeinflussen. Die Kommunikation mit anderen Betroffenen kann dir dabei helfen deine Lebensqualität zu steigern. Auf der Homepage der Deutschen Tinnitus-Liga e.V. (kurz: DTL) kannst du nach Selbsthilfegruppen in deiner Region suchen. Mehr Informationen findest du auf www.tinnitus-liga.de. Auf der Homepage findest du zudem weitere Informationen über das Symptom Tinnitus. Du kannst auch Informationsbroschüren anfordern.

zusammenfassung

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