Welche Tinnitus Behandlung gibt es? Die wichtigsten kurz erklärt

Unter einem Tinnitus versteht man in der Medizin lang anhaltende Ohrgeräusche, welche in unterschiedlichen Ausprägungen und Lautstärken auftreten. Diese Geräusche entstehen nicht in der Umwelt, sondern werden nur vom Patienten selbst wahrgenommen.
Aufgrund der vielfältigen Ursachen sowie Symptome ist eine erfolgreiche Tinnitus-Behandlung sehr schwierig. Das größte Problem der Betroffenen ist dabei die starke psychische Belastung, welche als Nebeneffekt des an sich ungefährlichen Tinnitus auftritt.
In diesem Beitrag zeigen wir dir, welche Tinnitus- Behandlungen es gibt und wie sie funktionieren.
Tinnitus und psychische Leiden sind eng verbunden
Eine Tinnitus-Behandlung ist schwierig und muss auf den Patienten zugeschnitten werden

Sollte dein Tinnitus länger als zwei Tage anhalten, besuche einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Dann bist du auf der sicheren Seite und kannst Spätfolgen oder eine zu späte Behandlung vermeiden. Dein Arzt kann zum Beispiel feststellen, ob es sich um einen akuten Tinnitus handelt und welche Behandlung notwendig ist. Am besten wirkt eine Tinnitus-Behandlung nämlich in den ersten 24 bis 48 Stunden nach dem Auftreten.

Hörgerät oder Noiser für die Tinnitusbehandlung

Akuter Tinnitus & Behandlung

Ein akuter Tinnitus tritt zeitlich begrenzt auf und hält für maximal 3 Monate an.
Tritt ein Tinnitus nach starker Belastung des Gehörs auf, zum Beispiel nach einem Konzert, verschwindet er meistens nach kurzer Zeit von selbst.
Tritt ein akuter Tinnitus als Symptom einer anderen Erkrankung auf, verschwindet er nach Behandlung dieser von alleine. Das ist beispielsweise bei einer Mittelohrentzündung der Fall. Hier behandelt der Arzt meist mit entzündungshemmenden Medikamenten.


Oftmals tritt ein Tinnitus auch als Folge eines Gehörsturzes auf, wobei hier zur Behandlung die grundlegende Ursache herauszufinden ist.
Einen Gehörsturz behandelt der Arzt meist mit Kortison.

Bein einem akuten Tinnitus stehen noch weiter ärztliche Behandlungen zur Auswahl.

 

Kieferorthopädische Behandlung

Bei dieser Tinnitus-Behandlung werden Kieferbeschwerden oder Fehlstellungen des Gebisses korrigiert, welche einen Tinnitus auslösen können. Es ist zwar nicht die erste Anlaufstelle für eine Tinnitus-Behandlung, kann aber die erhoffte Lösung sein.

Bessere Durchblutung durch eine Infusionstherapie

Diese Tinnitus-Behandlung wird angewandt, wenn die Ursache des Tinnitus im Innenohr liegt und hilft dabei, diesen Bereich besser zu durchbluten. Dadurch werden die Gefäße besser mit Sauerstoff versorgt, was den akuten Tinnitus behandeln kann.

Krankengymnastische Behandlung

Es klingt vielleicht abwegig, bei einem Tinnitus zur Krankengymnastik zu gehen, aber diese Tinnitus-Behandlung wird angewandt, wenn die Ohrgeräusche zum Beispiel aufgrund Problemen in der Halswirbelsäule auftreten. Verantwortlich können Verletzungen oder Fehlstellungen von Nerven oder Ähnlichem sein.

Tinnitus-Behandlung Kognitive Verhaltenstherapie
Die KVT als Tinnitus-Behandlung setzt bei der Psyche des Patienten an
Unterschiedliche Tinnitus-Frequenzen
Der Tinnitus unterscheidet sich in Art und Lautstärke von Person zu Person

Chronischer Tinnitus & Behandlung

Um einen chronischen Tinnitus handelt es sich dann, wenn dieser länger als 3 Monate anhält. Da es gerade bei einem chronischen Tinnitus sehr schwer ist erfolgreich zu Behandeln, müssen oftmals viele Therapien ausprobiert werden. Eines der größten Probleme von Tinnitus-Leidenden ist die psychische Belastung, die mit dem ständigen Ohrengeräusch einhergeht.  Da sich der Tinnitus oftmals bei Stress verstärkt, sind psychische Probleme als Folge keine Seltenheit.

Zu Beginn der Therapie werden meist ähnliche Behandlungen wie beim akuten Tinnitus probiert.  Da deren Erfolgschance bei einem chronischen Tinnitus sehr gering ist, gibt es noch andere Behandlungen.

Psychische Tinnitus-Behandlung

Das Ziel einer psychischen Tinnitus-Behandlung ist es, dass Betroffene es lernen, mit ihrem Tinnitus zu leben. Sie sollen es schaffen, ihn im alltäglichen Leben zu „vergessen“ bzw. auszublenden. Das Geräusch bleibt zwar unverändert bestehen, das Unterbewusstsein kann den Tinnitus-Ton aber besser ausblenden.

Tinnitus Counceling

Bei dieser Tinnitus-Behandlung geht es in erster Linie darum, den Patienten über seine Ohrgeräusche aufzuklären. Das Ziel der Behandlung ist es, die Angst vor dem Tinnitus zu nehmen und zusammen mit einem HNO-Arzt oder Psychotherapeuten Lösungen zur Tinnitusbewältigung im Alltag zu finden.
Punkte eines solchen Gesprächs sind zum Beispiel:
Wann ist der Tinnitus am stärksten?
Wie kann man sich ablenken?
Was muss ich über meinen Tinnitus wissen?

Die Vorteile dieser Tinnitus-Behandlung sind, dass der Betroffene in einem professionellen Umfeld offen über sein Leiden sprechen kann und ihm aufgezeigt wird, welche Folgen und Probleme mit dem Tinnitus kommen können und wie man sie vermeiden kann. Das hilft oft schon viel, da der Tinnitus stark mit der Psyche zusammenhängt.


Weiter Maßnahmen sind das Erfragen der persönlichen Hörgewohnheiten des Patienten, um zum Beispiel herauszufinden, wie der Umgang mit Lärm und Musik ist. Dadurch lässt sich eine ganz spezifische Tinnitus-Behandlung für den einzelnen Betroffenen zusammenstellen.

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

Hierbei handelt es sich um eine weitverbreitete Psychotherapie, bei der es darum geht, seine falschen und belastenden Gedanken und die daraus resultierenden negativen Gefühle zu ändern. Denn je nachdem, mit welcher Einstellung wir eine bestimmte Sache wahrnehmen – negativ, neutral, positiv- wirkt sich das stark auf unser allgemeines Wohlbefinden aus.

Diese Therapie hat viele Einsatzmöglichkeiten und ist auch als Tinnitus-Behandlung gut geeignet. Mithilfe eines Psychotherapeuten wird die eigene Einstellung gegenüber seines Tinnitus besprochen und angepasst, sodass der psychische Leidensdruck stark sinkt.

Tinnitus Noiser
Tinnitus Noiser

Im Gegensatz zu einem Hörgerät erzeugt ein Tinnitus Masker/Noiser ein „weißes Rauschen“ (subtiles Hintergrundrauschen). Dadurch werden die gereizten Hörnerven beruhigt und das Rauschen lenkt vom Tinnitus ab, da dieser nicht mehr so prägnant wahrgenommen wird. Das Gerät wird im Ohr befestigt und wie ein Hörgerät getragen. Das Gehirn soll dadurch lernen, den Tinnitus-Ton herauszufiltern und auszublenden. Weißes Rauschen sowie andere Tönen können gerade beim Einschlafen hilfreich sein. Wenn du darüber mehr erfahren möchtest, schaue einfach mal in unseren Artikel Musik zum Einschlafen rein.

Ein Therapiegespräch als Teil einer Tinnitus-Behandlung
Tinnitus-Behandlung in Form von Tinnitus-Counceling und Therapiegesprächen

Tinnitus Behandlung: Was kann ich selbst tun?

Hier zeigen wir dir, welche Tinnitus-Behandlung du selbst machen kannst. Denke aber daran, bei Auftreten eines Tinnitus trotzdem sofort zum Arzt zu gehen.

Stille meiden 

Wenn es keine Hintergrundgeräusche gibt – zum Beispiel beim Einschlafen – nimmst du deinen Tinnitus viel stärker und deutlicher wahr. Hier kannst du leise Musik, weißes Rauschen oder andere Hintergrundgeräusche zur Hilfe nehmen. Wir haben dir einen ganzen Artikel zu diesem Thema geschrieben, falls du noch mehr darüber erfahren möchtest.

Gelassen bleiben & Stress abbauen

Da dein Tinnitus sehr mit der psychischen Verfassung zusammenhängt und sich bei Stress oder Ängsten meist verstärkt, hilft es die eigenen Einstellung zum Tinnitus anzupassen. Probiere, dich nicht von den Ohrengeräuschen stressen zu lassen, da Stress zu einer empfindlicheren Wahrnehmung gegenüber Geräuschen führt. Wie auch bei den therapeutischen Tinnitus-Behandlungen, hilft es sich mit dem Tinnitus auseinander zu setzten und die Angst davor zu verlieren. Bau außerdem Entspannungs-Pausen in deinen Alltag ein um deinen Körper und Geist von Stress zu befreien.

Entspannungsmethoden wie Yoga, Meditation oder Sport können gut dabei helfen. Mehr zu diesem Thema findest du hier.

Infografik zum Thema Tinnitus-Behandlung

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